Kurz gesagt: Durch ein mehrstufiges Verfahren. Nur Produkte, die uns wirklich überzeugen, schaffen es in unser Portfolio. Die Hersteller dürfen es durchaus als eine Auszeichnung empfinden, bei uns gelistet zu werden.
So testet Nullkohol
Alkoholfreien Wein, Sekt oder Spirituosen anbieten, die wirklich überzeugen – das klingt einfacher, als es ist.
Das Problem: Der alkoholfreie Markt wächst und fast jeder Hersteller will auch auf den Zug aufspringen. Das Problem mit den Trittbrettfahrern: sie machen das um ein alkoholfreies Produkt zu haben. Viele Hersteller haben zwar ein alkoholfreies Produkt im Sortiment, aber nicht jedes Produkt wurde mit derselben Konsequenz entwickelt wie ein Produkt, hinter dem ein Hersteller wirklich steht. „Hauptsache was haben“, lautet leider häufig die Devise.
Wer schon mal im Supermarkt zu einem „alkoholfreien Wein“ gegriffen hat und danach enttäuscht war, weiß: Der Markt ist voll von Produkten, die gut klingen, aber nicht gut schmecken. Genau deshalb testet Nullkohol konsequent und systematisch.
Mittlerweile haben wir knapp 800 Nullkohole verkostet. Was davon übrig bleibt, ist das Ergebnis eines mehrstufigen, strukturierten Auswahlverfahrens.
Das bedeutet auch:
Wer bei Nullkohol ein Produkt im Sortiment findet, muss nicht selbst aus hunderten alkoholfreien Weinen, Sekten und Spirituosen herausfinden, welche davon wirklich gut sind. Genau diese Arbeit haben wir bereits gemacht.
Wie das genau aussieht? Wir nehmen euch mit…

Schritt 1: Der erste Eindruck vor Ort
Alles beginnt mit einem ersten Kontakt – auf einem Weingut, einer Messe, einem Weinmarkt oder im Restaurant. Die Nullkohol-Gründer (Anja und Andi) kosten direkt vor Ort: Dieser erste Schritt ist ein Vorfilter keine finale Bewertung – es geht darum, dass keine unangenehmen Fehltöne das Produkt verhunzen.
Wenn der Nullkohol gut trinkbar ist, kommt es weiter. Was bei diesem ersten Eindruck nicht besteht, kommt gar nicht erst in die engere Auswahl.
Wir suchen Nullkohole, die individuell und unverwechselbar schmecken und ein spannendes Geschmackserlebnis für besondere Genussmomente bieten. Wer hingegen durch einen der beiden genannten No-Gos auffällt, fliegt raus – direkt und ohne Umweg.
Schritt 2: Standardisiertes Tasting unter kontrollierten Bedingungen
Wer den ersten Filterprozess übersteht, kommt ins interne Nullkohol-Tasting. Hier gelten klare Regeln: immer derselbe Ort, keine Ablenkungen, kein Zeitdruck, keine störenden Gerüche. Die Kandidaten werden mit einem eigens entwickelten Bewertungstool systematisch beurteilt.
Auch in dieser Runde fallen viele Produkte durch – oft sogar jene, die mit großem Marketing-Versprechen ins Rennen gegangen sind. Denn unter konzentrierten, neutralen Bedingungen zeigt sich schnell, ob ein Nullkohol wirklich etwas taugt.
Auffällig häufig sind das Produkte, die uns von Vertrieblern großer Weingüter, Genossenschaften oder Vermarktungsunternehmen zugeschickt werden. Die Ansage lautet oft: „Den müsst ihr unbedingt probieren – wir haben ihn ganz neu überarbeitet!“ Die Realität ist leider allzu häufig ernüchternd. Dann kann man auch gleich zum Supermarkt gehen.
Lasst es euch gesagt sein: Seid froh, dass wir euch das abnehmen 😉 Verkosten macht wirklich nicht bei jedem Produkt Spaß =)
Schritt 3: Die typspezifische Testgruppe

Die besten Kandidaten schaffen es in die entscheidende Runde: eine Verkostung mit einer typspezifischen Testgruppe – getrennt nach Rotwein, Weißwein, Sekt, Gin und so weiter. Bewusst divers zusammengesetzt, damit verschiedene Geschmacksprofile und Genusstypen repräsentiert sind. Kein Sommelier-Zirkel, sondern ein echter Querschnitt von Liebhabern der zu testenden Getränkekategorie.
Die Anzahl der Tester als auch der Produkt-Kandidaten pro Verkostung ist bewusst begrenzt: genug für aussagekräftige Vergleiche und um Gemeinsamkeiten/Unterschiede herauszuarbeiten, aber nicht so viele, dass die Konzentration leidet und es unübersichtlich wird.
Was bewertet wird, geht weit über den bloßen Geschmack hinaus:
Erwartung vs. Realität: Wie wirkt die Flasche? Was erwartet man beim Anblick und wie deckt sich das mit dem tatsächlichen Geschmackserlebnis? Gleiches gilt fürs Preis-Leistungs-Gefühl: Rechtfertigt das Produkt seinen Preis?
Fehltöne und Dominanzaromen: Gibt es störende Noten? Was überlagert was? Und was fehlt?
Sortentypizität: Wenn ein Nullkohol als Riesling oder Spätburgunder antritt, sollte er auch typische Eigenschaften dieser Rebsorte erkennen lassen. Schmeckt er deutlich anders, wird das transparent benannt. Dabei darf man allerdings nicht erwarten, dass ein entalkoholisierter Wein genauso schmeckt wie sein Pendant mit Alkohol. Durch die Entalkoholisierung fehlt ein wesentlicher Bestandteil des ursprünglichen Geschmacks- und Mundgefühls – das verändert zwangsläufig auch das fertige Produkt. Das bedeutet aber nicht, dass es schlechter schmecken muss.
Im Gegenteil: Wir erleben bei unseren Verkostungen immer wieder, dass alkoholfreie Weine Aromen besonders fein und klar zeigen können. Wo Alkohol Aromen und Eindrücke teilweise überlagert, können sich bei einem entalkoholisierten Wein andere Nuancen deutlicher zeigen. Gerade diese feine Aromatik macht für uns einen Teil des Reizes alkoholfreier Weine aus.
Für uns sind alkoholfreie Weine deshalb nicht einfach Kopien ihrer alkoholischen Vorbilder, sondern eine eigenständige Kategorie.
Und manchmal geht ein Produkt sogar bewusst über das hinaus, was man von einem klassischen Wein erwarten würde. Wenn es sich zum Beispiel um eine Rotweincuvée handelt, die mit Auszügen von Blüten, Kräutern oder Gewürzen veredelt wurde, und der Nullkohol daher zwar nicht genauso wie ein klassischer Rotwein schmeckt, aber dennoch hervorragend, kann er es trotzdem ins Portfolio schaffen. Die Produktbeschreibung wird das dann aber auch ehrlich abbilden.
Schritt 4: Favoriten-Runde – subjektiv, aber fundiert
Am Ende jeder Verkostung nennt jede teilnehmende Person ihre persönlichen Favoriten. So zeichnen sich die herausragenden Nullkohole meist schon recht deutlich ab. Dann wird diskutiert, abgewogen und fachgesimpelt – und dabei gilt eine wichtige Regel: „Mir zu süß“ oder „mir zu trocken“ ist kein Qualitätsmerkmal. Was zählt, ist die Frage: Ist das Produkt per se unangenehm – schmeckt es künstlich nach Saccharose – oder ist es einfach süß und dabei für jemanden mit entsprechender Präferenz trotzdem sehr lecker?
Wenn ein Platz im Portfolio noch frei ist oder ein neuer Kandidat sich klar von einem bestehenden Produkt unterscheidet, kann er aufgenommen werden. Wenn er einem bestehenden Produkt gleichwertig oder sogar überlegen ist, steht eine weitere Frage im Raum: Gibt es einen Austausch?
Schritt 5: Die finale Entscheidung
Die finale Entscheidung liegt bei uns (Anja und Andi). Denn am Ende soll das Gesamtportfolio in sich stimmig sein – kein Zufallssortiment, sondern ein durchdachtes, ausgewogenes Angebot, das möglichst viele Geschmacksprofile abdeckt.
Das bedeutet konkret: Ein weiterer fruchtiger Weißwein, der einen eher zurückhaltend-fruchtigen ersetzt, wäre vielleicht nicht der richtige Schritt – schließlich soll das Portfolio auch für jene etwas bereithalten, die eine feinere, weniger opulente Aromatik bevorzugen. Bei nahezu gleichwertigen Produkten spielen dann auch Lieferentfernungen oder die Nachhaltigkeit der Herstellung eine Rolle.
Manchmal stehen wir auch vor praktischen Hürden: Manche Hersteller liefern ausschließlich ihr komplettes Portfolio in Mindestmengen, die für uns nicht darstellbar sind. In solchen Fällen prüfen wir, ob der Bezug über einen Zwischenhändler möglich ist – aber das lohnt sich nur, wenn das Produkt wirklich außergewöhnlich gut ist.
Und ja, es gibt auch Produzenten, deren Einkaufspreise so nah an ihrem eigenen UVP liegen, dass ein Weiterverkauf kaum wirtschaftlich möglich ist, ohne den UVP leicht zu übersteigen. Aber: Sind wir von einem Produkt wirklich überzeugt, nehmen wir es trotzdem auf.
„Wir glauben daran, dass diese Kuration ihren eigenen Wert hat: Wir testen hunderte Produkte, treffen eine Auswahl und bauen daraus ein stimmiges Gesamtportfolio, damit unsere Kunden nicht selbst hunderte Produkte probieren müssen.
NULLKOHOL
Am Ende steht ein Portfolio, hinter dem wir wirklich stehen können. Und das ist der einzige Maßstab, der für uns zählt.„

Alkoholfrei-Enthusiasten gesucht
Du siehst, diese Tastings sind nicht so romantisch, wie man sie sich vorstellt, sondern tatsächlich auch Arbeit. Was aber nicht heißt, dass diese keinen Spaß macht. Besser als Marketing, Sales und Technik sind sie allemal. 😉 Wenn auch du mal bei einem Tasting dabei sein möchtest, schreib uns doch eine Nachricht, in der du uns mitteilst, welche Produktart du besonders gerne konsumierst und ob du auch mit alkoholfreien Pendants schon (bzw. vielleicht auch ausschließlich) zu tun hattest.
Interessante Testgruppen sind für uns: Weißwein, Roséwein, Rotwein, Sekt (Sparklings), Proxys oder Spirituosen (hier gerne deine Lieblingssorten angeben, z.B. Rum, Whiskey, Gin, Wermut, Limoncello, …)!
So kannst du bei Nullkohol dabei sein
Du musst dazu kein Sommelier sein. Wir wollen ja einen Schnitt quer durch alle Geschmacksknospen. Nur Lust auf zwei bis drei Stunden Verkostung in familiärer Atmosphäre, mit parallelem Ausfüllen von Fragebögen, solltest du haben. Dabei wirst du sicher auch einiges Neues kennenlernen. Also trau dich und schreib uns. Wir sind immer wieder auf der Suche nach weiteren Verkostern, die Lust haben das beste Portfolio auf dem Markt mit zu schärfen.
Verkostungen finden je Kategorie ein bis zwei Mal pro Jahr statt. Meist etwa zwei bis drei Stunden an einem Nachmittag am Wochenende. Wir setzen dazu eine Terminfindungsseite auf in der du eintragen kannst, wann du Zeit und Lust hast.











